Wieviel Schlaf braucht ein Baby?

Das Schlafbedürfnis von Babys ändert sich nicht nur mit dem Alter, es ist zudem auch bei jedem Kind unterschiedlich ausgeprägt: Während manche Kinder sehr ruhig sind und von Anfang an gern und viel schlafen, kommen temperamentvollere und aufgewecktere Babys oft mit weniger Schlaf aus. Daher kann die Frage, wie viel Schlaf ein Baby benötigt, nicht allgemeingültig beantwortet werden. Dennoch gibt es Anhaltspunkte, an denen sich junge Eltern orientieren können.

Wieviel Schlaf Baby

© Ramona Heim – Fotolia.com

Das Schlafbedürfnis von Neugeborenen

Gerade erst auf der Welt angekommen, halten sich die wenigsten Babys an Tag und Nacht – in dieser Phase ist das Schlafbedürfnis des Säuglings meist noch extrem groß: Viele neue Eindrücke und die oft anstrengende Geburt sorgen dafür, dass viele Babys die ersten Tage, Wochen oder gar Monate oft überwiegend verschlafen. In den ersten Wochen besteht der Tagesablauf der meisten Kinder aus Trinken und Schlafen. Dabei können die einzelnen Schlafphasen von wenigen Minuten bis hin zu mehreren Stunden andauern.

Schon hier zeigt sich jedoch, wie unterschiedlich Kinder sein können; während einige Babys in dieser Zeit mit 13 Stunden oder weniger Schlaf auskommen, schlafen andere bis zu 20 Stunden.

Bedenklich wird es erst, wenn das Baby dadurch nicht mehr ausreichend Nahrung aufnimmt – fehlende Gewichtszunahme oder wenige bis keine nassen Windeln sowie trockene, schlaffe Haut können erste Warnsignale sein. In diesem Fall sollte der Säugling regelmäßig zum Füttern geweckt werden; eine Untersuchung durch einen Arzt, eine Hebamme oder eine Stillberaterin sind ebenfalls empfehlenswert.

Wie häufig schläft ein größeres Baby?

Mit steigendem Alter bekommen Babys mehr von ihrer Umwelt mit, verbessern ihre motorischen Fähigkeiten und passen ihren Rhythmus langsam an den der Eltern an. Die einzelnen Schlafphasen dauern nun etwa zwei bis vier Stunden; zwischen den Schläfchen ist das Kind nun immer länger wach.

Viele Kinder halten anfangs zwei bis drei Nickerchen, die sich irgendwann auf zwei – meist vormittags und nachmittags – reduzieren. Nachts schlafen dafür viele Kinder ab etwa dem dritten Monat etwas tiefer und länger. Dadurch werden sie seltener zum Trinken wach und gönnen ihren Eltern so eine kleine Pause.

Insgesamt reduziert sich die Zeit, in der das Kind schläft, bis zum 6. Monat auf etwa 15 Stunden, wird der Nachtschlaf mit eingerechnet. Dabei kann das Schlafverhalten sich durch Wachstumsschübe, Krankheiten und Änderungen bei alltäglichen Abläufen ständig und unvorhersehbar ändern.

Babys Schlaf ab dem 7. Monat

Mit einem halben Jahr werden die Nickerchen des Babys oft regelmäßiger und lassen sich bei der Tagesplanung besser mit einbeziehen. Im Durchschnitt benötigt ein Kind dieses Alters etwa 14 Stunden Schlaf. Eltern sollten hier eines beachten: Je länger das Kind tagsüber schläft, desto kürzer wird meist die Nacht!

Häufig lohnt es sich daher, das Kind nach einer gewissen Zeit sanft zu wecken oder darauf zu achten, dass der letzte Tagesschlaf zeitlich mit ausreichendem Abstand zum Nachtschlaf stattfindet – natürlich immer mit Blick auf das Kind, das sich keinesfalls übermüdet durch den Tag quälen soll!

Beeinflusst das Verhalten der Mutter während der Schwangerschaft das Schlafverhalten des Babys?

Das ist ein – oft geglaubtes – Ammenmärchen! Oft wird werdenden Müttern geraten, früh ins Bett zu gehen oder tagsüber „in Bewegung zu bleiben“. So werde das Baby später schneller einen Tag-Nacht-Rhythmus entwickeln, der dem der Erwachsenen entspricht. Inzwischen wurde das jedoch widerlegt: Schlaf- und Wachphasen gibt es vor der Geburt erst ab etwa der 36. Schwangerschaftswoche, also ungefähr vier Wochen vor der Entbindung

Und auch dann hält sich das Baby im Bauch nicht unbedingt an den Rhythmus der Mama: Oft ist hellwach und tritt und boxt fröhlich vor sich hin, wenn die Schwangere lieber schlafen würde. Umgekehrt wirken die Bewegungen von Laufen, Schwimmen und Ähnlichem oft beruhigend auf das Ungeborene, so dass es sich gerade in den Wachphasen der Mutter besonders ruhig verhält.

Was hilft bei Schlafproblemen?

Für viele Eltern ist das Thema Schlaf besonders sensibel: Von durchwachten Nächten und stressigen Tagen können fast alle Menschen mit Kind berichten. Wenn das Kind nur schwer in den Schlaf findet, sollte man zunächst Ursachenforschung betreiben:

  • Ist das Baby noch nicht müde genug oder bereits übermüdet? Dann haben viele Säuglinge Probleme mit dem Einschlafen! Oft hilft es schon, die Schlafenszweit um wenige Minuten nach vorn oder hinten zu verschieben.
  • Leidet das Kind unter Koliken, kann neben Medikamenten, die nur im Notfall eingesetzt werden sollten, auch das Tragen auf dem Arm, im Tuch oder einer Tragehilfe hilfreich sein – das wärmt Babys Bauch und regt durch die sanfte Bewegung die Verdauung an. Diese kann auch durch Kirsch- oder Traubenkernkissen oder sanfte Massagen mit einer speziellen Salbe oder Kümmelöl positiv beeinflusst werden.
  • Viele Kinder benötigen die Nähe von Mama oder Papa, um entspannt einschlafen zu können – immerhin waren sie 9 Monate lang im Bauch der Mutter, wo sie stets Körperwärme und die typischen Geräusche wie die Atmung und den Herzschlag der Mutter um sich hatten. Und ganz nebenbei können sich so auch die müden Eltern eine erholsame Ruhepause gönnen!
  • Ist der Tagesablauf zu stressig für den Säugling, ist er abends überreizt und findet nur schwer in den Schlaf. Abhilfe schafft hier nur ein Entschleunigen des Alltags – für das Baby anstrengende Dinge wie Besuche, Einkaufen gehen oder Autofahren sollten in diesem Fall lieber auf später verschoben oder delegiert werden.

Sollten die Schlafprobleme lange andauern oder das Kind negativ beeinflussen, sollte ein Arzt aufgesucht oder eine Hebamme befragt werden – Schlaf ist gerade für die Kleinsten extrem wichtig, ein dauerhafter Mangel kann der Gesundheit und Entwicklung des Kindes schaden und sollte daher unbedingt untersucht werden, auch in Hinsicht auf die Ursachenforschung. Schließlich könnten auch Schmerzen, Blockaden oder Ähnliches den Säugling am Einschlafen hindern.

Fazit

So individuell, wie unsere lieben Kleinen ansonsten sind, so unterschiedlich ist auch ihr Schlafbedürfnis. Daher sollten besorgte Eltern sich nicht nur an Zahlen orientieren, sondern vor allem am Befinden des Kindes: Macht es in den Wachphasen einen munteren und aufgeweckten Eindruck? Oder ist es ständig müde, schlecht gelaunt und zeigt Anzeichen von Übermüdung wie Augenringe oder Blässe?

Zudem muss auch beachtet werden, dass nahezu alle Kinder hin und wieder Phasen haben, in denen sie nicht gut schlafen: Seien es körperliche Ursachen wie das Wachsen, Krankheiten oder Zähne oder das Verarbeiten neuer Fähigkeiten wie Krabbeln, Laufen, Stehen und aufregender Dinge, die das Kind gesehen und erlebt hat – all dies kann den empfindlichen Schlaf des Babys stören und es vom Einschlafen abhalten. In diesem Fall helfen meist nur gute Nerven und eine große Portion Geduld.